Sanktionslistenprüfung per API

Gleichen Sie Namen von Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern in einem Aufruf mit EU-, UN-, OFAC- und weiteren Sanktionslisten ab. Jeder Treffer nennt die Liste, den Trefferwert und den gefundenen Namen oder Alias und verweist auf den amtlichen Eintrag. Das Screening befindet sich in der Beta-Phase und nimmt Ihnen keine Compliance-Entscheidung ab.

Was eine Sanktionslistenprüfung ist

Sanktionslisten sind amtliche Personenlisten. Sie nennen Personen, Unternehmen, Organisationen, Schiffe und Luftfahrzeuge, gegen die Sanktionen verhängt wurden. Bei den Finanzsanktionen der EU werden die Gelder und wirtschaftlichen Ressourcen der gelisteten Personen eingefroren, und es darf ihnen nichts zur Verfügung gestellt werden (Einfrierungsgebot und Bereitstellungsverbot). Die EU-Embargoverordnungen gelten unmittelbar in Deutschland und Österreich; in Deutschland enthält das Außenwirtschaftsgesetz (AWG) Straf- und Bußgeldvorschriften für Verstöße. Bei der Sanktionslistenprüfung gleichen Unternehmen deshalb die Namen ihrer Geschäftspartner mit diesen Listen ab: Neukunden, Lieferanten, Zahlungsempfänger sowie deren Geschäftsführer und wirtschaftlich Berechtigte.

Schwierig sind weniger die Listen selbst als die Menge der Namen und ihre Schreibweisen. Derselbe Name ist in den Listen in lateinischer, kyrillischer oder arabischer Schrift und in mehreren Transliterationen verzeichnet, und ein Eintrag erscheint oft auf mehreren Listen zugleich. Ein Abgleich per API macht daraus einen wiederholbaren Schritt, den Sie in Onboarding, Einkauf und Zahlungsfreigabe einbauen und dokumentieren können.

Personenlisten, keine Güterlisten

Die API gleicht Namen mit Personenlisten ab. Waren prüft sie nicht. Nicht Teil der Prüfung sind Güterlisten wie die Ausfuhrliste (Anlage AL zur Außenwirtschaftsverordnung) und Anhang I der EU-Dual-Use-Verordnung sowie länderbezogene Embargos mit Waren-, Branchen- oder Dienstleistungsverboten und Genehmigungspflichten. Auch die US-Listen zur Exportkontrolle, etwa die Entity List des Bureau of Industry and Security (BIS), sind Personenlisten: Sie nennen Personen und Unternehmen, keine Güter.

Welche Listen enthalten sind (Stand 28. Oktober 2026)

  • Europäische Union: die konsolidierte Liste der Personen, Gruppen und Organisationen, die EU-Finanzsanktionen unterliegen.
  • Vereinte Nationen: die Sanktionsliste des UN-Sicherheitsrats.
  • USA: die SDN-Liste des OFAC, die Consolidated Screening List mit den US-Exportkontrolllisten und weitere Behördenlisten (DHS UFLPA, FinCEN 311, State FTO und TEL, DoD Section 1260H).
  • Vereinigtes Königreich: die UK Sanctions List (FCDO).
  • Australien: die Consolidated List des Außenministeriums (DFAT).
  • Frankreich: das Registre national des gels, das nationale Register der Vermögenseinfrierungen.
  • Nationale Listen: Niederlande (nationale Terrorliste), Japan (Finanzministerium), Neuseeland (Russia Sanctions Register) und Polen (Innenministerium, MSWiA).

Änderungen der Listen rufen Sie über GET /sanctions/changes ab: neue Einträge, Streichungen und Umbenennungen. Die Sanktionsliste der Schweiz (SECO) ist nicht enthalten. Die maßgebliche Aufstellung steht in der API-Dokumentation.

So funktioniert der Abgleich

Der Abgleich ist unscharf und toleriert abweichende Schreibweisen, Satzzeichen und Rechtsformzusätze. Namen in kyrillischer, griechischer oder arabischer Schrift werden vor dem Vergleich in lateinische Buchstaben übertragen, in der Abfrage wie in der Liste: Ein Name in Originalschrift und derselbe Name in lateinischer Schreibweise führen zum selben Eintrag. threshold legt fest, ab welcher Ähnlichkeit ein Name als Treffer zurückgegeben wird.

curl 'https://api.prometiam.com/functions/v1/risk-api/sanctions/screen?name=Beispiel%20Trading%20GmbH&entity_type=company&threshold=85' \
  -H 'Authorization: Bearer rk_live_...'
ParameterBedeutung
nameDer zu prüfende Name einer Person, eines Unternehmens, eines Schiffs oder eines Luftfahrzeugs
thresholdMindestähnlichkeit in Prozent, 50 bis 100, Standard 80
entity_typeperson, company, vessel, aircraft oder any (Standard)
limitHöchstzahl der Treffer pro Aufruf, 1 bis 100, Standard 20
groupentity fasst denselben Eintrag aus mehreren Listen zu einer Zeile zusammen
include_peptrue ergänzt die PEP-Prüfung (Beta, nur Spanien)

Treffer bewerten

Der Trefferwert match_score sagt, wie gut der gelistete Name zur Suche passt: 100, wenn der gelistete Name oder ein Alias genau dem gesuchten Namen entspricht; 80 bis 99, wenn er mit den Wörtern der Suche beginnt; 50 bis 79, wenn er sie als ganze Wörter enthält; darunter stimmen nur Wortteile überein. Außerdem nennt jeder Treffer die Liste, den gefundenen Namen oder Alias und einen Link zum amtlichen Eintrag.

Ein Treffer ist ein Anlass zur Prüfung, kein Befund. Gleichnamige Personen und Firmen kommen häufig vor; gleichen Sie Geburtsdatum, Land und Rechtsform mit dem Eintrag ab, bevor Sie eine Zahlung anhalten oder ein Konto sperren. In der Sammelabfrage geben Sie dafür je Name dob (Geburtsdatum), country und entity_type mit. Dokumentieren Sie Liste, Eintrag, Trefferwert und Zeitpunkt der Abfrage in Ihrer Prüfakte.

Sammelabfrage für Kunden- und Lieferantenstamm

POST /sanctions/screen nimmt bis zu 50 Namen je Aufruf an und liefert für jeden Namen ein Ergebnis in der Reihenfolge der Anfrage; meta zählt die Namen mit Treffer (matches) und ohne (clear). Jeder Name zählt wie eine eigene Einzelabfrage und kostet 3 Credits. Mit list begrenzen Sie die Abfrage auf bestimmte Listen, etwa EU,OFAC.

import requests

BASE = 'https://api.prometiam.com/functions/v1/risk-api'
H = {'Authorization': 'Bearer rk_live_...'}

# Neue Lieferanten und ihre Geschäftsführer: höchstens 50 Namen pro Aufruf
namen = ['Beispiel Handels GmbH', 'Erika Mustermann', 'Max Muster']

r = requests.post(f'{BASE}/sanctions/screen', headers=H,
                  json={'names': namen, 'threshold': 85})
r.raise_for_status()

for ergebnis in r.json()['data']:
    if ergebnis['status'] != 'clear':
        print('Prüfen:', ergebnis['input']['name'])

Übersteigt die Sammelabfrage Ihre verbleibenden Credits, lehnt die API sie vorab mit 429 batch_exceeds_quota ab und nennt in max_items_now die derzeit mögliche Höchstzahl; Fehler kosten nichts. Mit dem Header Idempotency-Key wiederholen Sie einen Aufruf gefahrlos.

Dauerhaft überwachen

Namen, die Sie dauerhaft beobachten wollen, legen Sie auf die Watchlist (/sanctions/watchlist): Die API gleicht sie täglich mit den Änderungen aller oben genannten Listen ab und ruft bei einem Treffer Ihren Webhook auf. Für Firmen, die Sie mit POST /monitor überwachen (Schweizer Firmen und deutsche Unternehmen mit LEI), erhalten Sie außer bei Statusänderung, Auflösung und Registeränderungen auch bei einem Sanktionstreffer (Beta) einen Webhook. Mehr dazu unter Insolvenzüberwachung und KYB-Prüfung.

Was nicht enthalten ist

  • Beta. Das Sanktionsscreening befindet sich in der Beta-Phase. Nutzen Sie es nicht als alleinige Sanktionskontrolle.
  • Ein leeres Ergebnis ist keine Freigabe. Eine Abfrage ohne Treffer bescheinigt nicht, dass ein Geschäftspartner unbedenklich ist. Die API liefert das Abgleichergebnis; die Entscheidung bleibt bei Ihrer Compliance-Stelle.
  • Keine Prüfung auf Negativmeldungen (Adverse Media). Die API durchsucht keine Berichterstattung.
  • Politisch exponierte Personen (PEP): Die Prüfung (include_pep=true) befindet sich in der Beta-Phase und gilt nur für Spanien, ohne Familienmitglieder und nahestehende Personen.
  • Keine Güter- und Embargoprüfung. Güterlisten, länderbezogene Embargos, Branchenverbote und Genehmigungspflichten prüft die API nicht.
  • Nicht jede nationale Liste. Es fehlt unter anderem die Sanktionsliste der Schweiz (SECO); die enthaltenen Listen stehen oben.
  • Keine Organe, Gesellschafter und wirtschaftlich Berechtigten. Die Firmendaten für die Schweiz und für Deutschland (nur Unternehmen mit LEI oder aus dem Marktstammdatenregister, nicht aus dem Handelsregister) enthalten weder Organe wie Geschäftsführer noch Gesellschafter noch wirtschaftlich Berechtigte. Diese Namen bringen Sie selbst mit.
  • Keine Rechtsberatung. Ob ein Geschäft zulässig ist, klären Sie mit Ihrer Rechtsabteilung oder den zuständigen Behörden.

Preis und Credits

Jeder geprüfte Name kostet 3 Credits, in der Einzelabfrage wie als Position einer Sammelabfrage. Das Sanktionsscreening ist ab dem Tarif Professional enthalten (29,99 EUR pro Monat, 10.000 Credits). Starter kostet 9,99 EUR pro Monat mit 1.000 Credits, Scale 99,99 EUR mit 50.000 Credits. Alle Preise: Preise.

Ausprobieren

Eine kostenlose Live-Abfrage gibt es auf dieser Seite nicht: Der öffentliche Demo-Schlüssel schließt das Sanktionsscreening aus. Lesen Sie die API-Dokumentation und starten Sie die Testphase. Sie dauert 14 Tage und umfasst insgesamt 500 Credits. Dafür ist eine Karte erforderlich; in dieser Zeit wird nichts belastet. Danach beginnt das Starter-Abo (9,99 EUR pro Monat), sofern Sie nicht vorher kündigen. Während der Testphase können Sie das Sanktionsscreening mit bis zu 25 Einzelabfragen ausprobieren; im Abo ist es ab Professional (29,99 EUR pro Monat) enthalten, die Sammelabfrage ebenfalls.

Source: Department of Foreign Affairs and Trade website – www.dfat.gov.au (Australian Sanctions Consolidated List), licensed CC BY 4.0. Adapted by Prometiam.

Quelle der Schweizer Daten: Zefix, Federal Office of Justice, Federal Commercial Registry Office (open use, source required); restructured by Prometiam, not a certified register extract

Contains LEI data from the Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF), available under CC0 1.0. Not an extract of the German commercial register (Handelsregister).

Weiterführende Seiten

14 Tage kostenlos testen · API-Dokumentation

Die Testphase dauert 14 Tage und umfasst 500 Credits. Eine Karte ist erforderlich, während der Testphase wird nichts belastet; danach läuft das Starter-Abo (9,99 EUR pro Monat), sofern Sie nicht kündigen.

Frequently asked questions

Welche Sanktionslisten prüft die API?
Die konsolidierten Listen der EU und der Vereinten Nationen, aus den USA die SDN-Liste des OFAC, die Consolidated Screening List und weitere Behördenlisten, die UK Sanctions List, die Liste des australischen Außenministeriums (DFAT), das französische Registre national des gels sowie nationale Listen der Niederlande, Japans, Neuseelands und Polens. Die Aufstellung mit Stand 28. Oktober 2026 steht auf dieser Seite, die maßgebliche Aufstellung in der API-Dokumentation.
Reicht die API als Sanktionslistenprüfung aus?
Nicht als alleinige Kontrolle: Das Screening ist in der Beta-Phase, und eine Abfrage ohne Treffer ist keine Freigabe. Die API liefert das Abgleichergebnis samt Fundstelle; die Entscheidung und die rechtliche Bewertung bleiben bei Ihnen.
Prüft die API auch Embargos und Güterlisten?
Nein. Sie gleicht Namen mit Personenlisten ab. Güterlisten wie die Ausfuhrliste, länderbezogene Embargos, Branchenverbote und Genehmigungspflichten prüft sie nicht.
Was kostet eine Prüfung?
Jeder geprüfte Name kostet 3 Credits, in der Einzelabfrage wie in der Sammelabfrage (bis zu 50 Namen je Aufruf). Das Sanktionsscreening ist ab dem Tarif Professional enthalten (29,99 EUR pro Monat, 10.000 Credits).
Gibt es Adverse Media und eine PEP-Prüfung?
Adverse Media gibt es nicht. Die PEP-Prüfung befindet sich in der Beta-Phase und gilt nur für Spanien, ohne Familienmitglieder und nahestehende Personen.
Erkennt der Abgleich abweichende Schreibweisen und kyrillische, griechische oder arabische Schrift?
Ja. Der Abgleich ist unscharf und toleriert abweichende Schreibweisen; Namen in kyrillischer, griechischer oder arabischer Schrift werden in lateinische Buchstaben übertragen. Den Schwellenwert stellen Sie mit threshold ein, der Standardwert ist 80.
Kann ich die Prüfung vor dem Kauf testen?
Eine kostenlose Live-Abfrage gibt es nicht, weil der öffentliche Demo-Schlüssel das Sanktionsscreening ausschließt. Die Testphase dauert 14 Tage mit insgesamt 500 Credits; dafür ist eine Karte erforderlich, belastet wird in dieser Zeit nichts. Danach beginnt das Starter-Abo (9,99 EUR pro Monat), sofern Sie nicht vorher kündigen.